Zum Inhalt springen
rab — ärztlicher Bereitschaftsdienst

Akute Beschwerden · Berlin

Akute Magenschmerzen

Akute Magenschmerzen ist ein medizinischer Akutfall, den RAB Arztbesuche mit einem approbierten Arzt im Hausbesuch in ganz Berlin versorgt — täglich von 6 bis 24 Uhr, meist innerhalb von 60 bis 90 Minuten.

Brennen oder Drücken im Oberbauch, Sodbrennen, Übelkeit, manchmal Erbrechen — akute Magenschmerzen sind häufig und meist gut behandelbar. Aber: Sie können auch erste Anzeichen einer ernsten Erkrankung sein — von einer Gallenkolik bis zum atypisch verlaufenden Herzinfarkt. Unsere Fachärztinnen und Fachärzte kommen täglich von 6 bis 24 Uhr, untersuchen breit differenzialdiagnostisch und behandeln gezielt.

Medizinisch geprüft von Susanne Reiche · Zuletzt geprüft

Akute Magenschmerzen in Berlin — die kritische Differenzialdiagnose

Oberbauchschmerzen sind ein häufiges Symptom mit einem breiten Differenzialspektrum. Die meisten Fälle sind harmlos und Folge einer akuten Gastritis, eines Reflux oder einer funktionellen Dyspepsie. Aber die wichtigste klinische Aufgabe bei jedem Oberbauchschmerz ist es, ernsthaftere Ursachen sicher auszuschließen: Gallenkolik, Cholezystitis, Pankreatitis, Ulkusperforation, akutes Koronarsyndrom (Herzinfarkt kann sich atypisch als Oberbauchschmerz präsentieren, besonders bei Frauen und älteren Menschen), Aortendissektion.

Beim Hausbesuch nehmen wir uns Zeit für diese Triage. Wir untersuchen den Bauch strukturiert, prüfen kardiale Hinweise, leiten bei jeder unklaren oder klinisch relevanten Konstellation ein EKG ab und entscheiden mit Ihnen über die richtige Therapie und die weitere Diagnostik.

Was beim Hausbesuch passiert

Wir erfragen Beginn, Charakter (brennend, dumpf, stechend, kolikartig), Lokalisation, Ausstrahlung, Auslöser (Mahlzeiten, Lage, Stress), Begleitsymptome (Erbrechen, Stuhlveränderung, Brustschmerz), Medikation (besonders nichtsteroidale Antirheumatika, Aspirin, Antikoagulanzien) und Vorerkrankungen. Wir messen Vitalzeichen, untersuchen den Bauch (Druckschmerz, Loslassschmerz, Klopfschmerz, Auskultation, Murphy-Zeichen) und prüfen weitere Organsysteme. Bei jeder unklaren Konstellation ab dem mittleren Alter oder bei kardialen Risikofaktoren leiten wir ein EKG ab. Bei klassischer Gastritis oder Reflux verordnen wir einen Protonenpumpenhemmer (Pantoprazol, Omeprazol) und ein Antiemetikum, beraten zu Ernährung und Alkoholkarenz und planen die Wiedervorstellung. Bei Verdacht auf Ulkus, Cholelithiasis oder Pankreatitis organisieren wir die zeitnahe sonographische und laborchemische Abklärung. Bei roter Flagge (Brustschmerz-Komponente, Schock, peritonitischer Bauch) lotsen wir in die Klinik.

Wann eine Gastroskopie sinnvoll ist

Bei akut neu aufgetretenen Oberbauchschmerzen ab dem 50. Lebensjahr, bei Alarmsymptomen (Gewichtsverlust, Anämie, Erbrechen, schwarzer Stuhl, Schluckstörung) oder bei persistierenden Beschwerden trotz adäquater Therapie über mehrere Wochen empfehlen wir die Gastroskopie. Wir stellen die Überweisung aus, nennen geeignete gastroenterologische Praxen in Ihrem Bezirk und stimmen den Befund mit der Gastroenterologin oder dem Gastroenterologen ab.

Ablauf des Hausbesuchs

Beim Erstkontakt screenen wir auf Hinweise eines kardialen, biliären oder chirurgischen Geschehens. Bei klaren Notfallzeichen lotsen wir Sie zu 112 oder direkt in eine Klinik. In allen anderen Fällen disponieren wir die nächste verfügbare Fachärztin oder den nächsten Facharzt — typischerweise 60 bis 90 Minuten Anfahrt.

Vor Ort führen wir die strukturierte Untersuchung mit Abdomenstatus und bei Bedarf EKG durch, applizieren bei Bedarf intramuskulär ein Spasmolytikum oder Antiemetikum und beginnen die orale Therapie. Sie erhalten schriftliche Verlaufskriterien, gegebenenfalls eine Überweisung zur Gastroenterologie und einen Wiedervorstellungstermin.

Abrechnung und Versicherung

Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) über unsere Privatärztliche Verrechnungsstelle. Hausbesuch, internistische Untersuchung, EKG, applizierte Medikamente und Materialkosten werden einzeln ausgewiesen. Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen erstatten diese Positionen in der Regel vollständig.

Auf Wunsch stellen wir die Rechnung englischsprachig aus. Bei Fragen zur Abrechnung sind wir auch nach dem Termin telefonisch erreichbar.

Notfall? Wählen Sie den Notruf

Bei Bewusstlosigkeit, starken Brustschmerzen, Atemnot oder starken Blutungen wählen Sie sofort 112. Unser Service ergänzt den Rettungsdienst — ersetzt ihn aber nicht.

Einsatz-Profile

Typische Anlässe

Akute Gastritis nach Stress oder Schmerzmittel

Ein Patient in Friedrichshain hat seit zwei Tagen brennenden Oberbauchschmerz, nachdem er hochdosiert Ibuprofen wegen Rückenschmerzen genommen hat. Wir untersuchen, beginnen einen Protonenpumpenhemmer und beraten zur Schmerztherapie ohne NSAR.

Refluxbeschwerden mit nächtlichem Brennen

Eine Patientin in Charlottenburg wacht nachts mit Brennen hinter dem Brustbein und im Oberbauch auf. Wir prüfen kardiale Hinweise per EKG, schließen sie aus und beginnen eine Reflux-Therapie.

Oberbauchschmerz bei älterer Patientin — EKG

Eine 70-Jährige in Zehlendorf hat unklare Oberbauchschmerzen ohne klassische Reflux-Auslöser. EKG zeigt akute ischämische Veränderungen — wir lotsen direkt in die kardiologische Klinik.

Hotelgast mit Stress-Gastritis

Eine Geschäftsreisende im Mitte-Hotel hat vor einem wichtigen Termin akute Oberbauchschmerzen. Wir behandeln symptomatisch, geben einen Protonenpumpenhemmer und stimmen mit dem Tagesablauf ab.

Häufig gestellte Fragen

Kann es ein Herzinfarkt sein?

Bei manchen Konstellationen — besonders bei Frauen, älteren Menschen und Diabetikern — kann ein Herzinfarkt sich als Oberbauchschmerz präsentieren. Wir leiten in diesen Fällen vor Ort ein EKG ab und schließen das aus.

Brauche ich eine Magenspiegelung?

Nicht immer. Bei klassischer Gastritis oder Reflux unter 50 Jahren ohne Alarmsymptome ist die Therapie das wichtigere Element. Eine Gastroskopie empfehlen wir bei Alarmsymptomen, ab dem 50. Lebensjahr oder bei persistierenden Beschwerden.

Was hilft sofort?

Ein Protonenpumpenhemmer (Pantoprazol oder Omeprazol) wirkt zuverlässig — die volle Wirkung baut sich über zwei bis drei Tage auf. Akut hilft ein Antazidum als Trinkgel. Bei Krämpfen kann ein Spasmolytikum sinnvoll sein.

Soll ich nichts mehr essen?

Bei akuten Beschwerden für ein paar Stunden Pause, dann leichte, fettarme Kost in kleinen Portionen. Alkohol, Kaffee, scharfe Speisen und Nikotin meiden. Spätes Essen erhöht den Reflux — letzte Mahlzeit drei Stunden vor dem Schlafen.

Jetzt buchen oder anrufen

Kontaktieren Sie uns — wir kümmern uns um einen Arzt für Ihren Hausbesuch bei Akute Magenschmerzen.

Anrufen Online buchen