Frage · Fieber Kind Berlin
Kind hat Fieber – Ab wann muss der Arzt kommen?
Kurz beantwortet: RAB Arztbesuche schickt für „Kind hat Fieber – Ab wann muss der Arzt kommen?" einen approbierten Arzt im privatärztlichen Hausbesuch in ganz Berlin — täglich von 6 bis 24 Uhr, meist innerhalb von 60 bis 90 Minuten.
Bei Säuglingen unter 3 Monaten mit Fieber über 38 Grad sofort ärztlich abklären lassen — das ist immer ein Notfall. Ab dem Kleinkindalter zählt nicht die reine Temperatur, sondern der Allgemeinzustand: Trinkverhalten, Aktivität, Atemmuster und Hautfarbe entscheiden über die Dringlichkeit.
Medizinisch geprüft von Susanne Reiche · Zuletzt geprüft
Kurzantwort
Bei Säuglingen unter 3 Monaten mit Fieber über 38 Grad sofort ärztlich abklären lassen — das ist immer ein Notfall. Ab dem Kleinkindalter zählt nicht die reine Temperatur, sondern der Allgemeinzustand: Trinkverhalten, Aktivität, Atemmuster und Hautfarbe entscheiden über die Dringlichkeit.
Wann Fieber bei Kindern in den ärztlichen Bereich gehört
Bei Kindern gilt die alte Hausärzte-Faustregel: 'Schauen Sie das Kind an, nicht das Thermometer.' Ein quietschvergnügtes Vierjähriges mit 39,2 Grad und gutem Trinkverhalten ist medizinisch weniger besorgniserregend als ein blasses, schlaffes Dreijähriges mit 38,5 Grad, das nicht trinkt und schwer atmet. Die reine Temperaturzahl ist nur ein Mosaikstein. Trotzdem gibt es harte Altersgrenzen, bei denen ohne Diskussion ärztlich abgeklärt werden muss: Säuglinge in den ersten drei Lebensmonaten gehören mit jedem Fieber über 38 Grad rektal sofort in ärztliche Hand — entweder beim Hausbesuch oder in einer Kinder-Notaufnahme. In diesem Alter kann eine Bakteriämie (Blutvergiftung) extrem schnell verlaufen, und die kindliche Immunabwehr ist noch nicht ausgereift.
Bei älteren Säuglingen (3 bis 6 Monate) ist die Schwelle 38,5 Grad — und bei reduziertem Allgemeinzustand, Trinkverweigerung oder Auffälligkeiten der Hautfarbe sofort. Ab dem Kleinkindalter werden die Allgemeinzustands-Kriterien wichtiger als die Temperatur. Sie als Eltern sind die zuverlässigste Diagnostik: Ein Kind, das spielt, trinkt, lächelt zwischen den Fieber-Spitzen, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auf dem richtigen Weg. Ein Kind, das apathisch ist, nicht mehr trinkt, schnell atmet, ungewöhnliche Hautflecken zeigt, sich nicht beruhigen lässt oder ungewöhnlich starre Augen hat — das ist die Konstellation, in der Sie nicht warten, sondern anrufen sollten. Privatärztlicher Hausbesuch, 116117 oder bei akuter Verschlechterung 112.
Bei Fieberkrampf gilt: Erstmaliger einfacher Fieberkrampf bei Kindern zwischen 6 Monaten und 5 Jahren, der weniger als 5 Minuten dauert und nach dem Ende ein wach werdendes Kind hinterlässt, ist medizinisch eindrucksvoll aber meist harmlos. Trotzdem gehört das Kind danach in ärztliche Untersuchung — entweder Hausbesuch oder Klinik, je nach Schwere. Ein länger als 5 Minuten dauernder Krampf, ein Krampf außerhalb des Altersfensters oder ein zweiter Krampf in derselben Episode ist ein 112-Bild. Bei jedem hohen Fieber zusätzlich auf Nackensteifigkeit, kleine punktförmige Hautblutungen (Petechien) und stetig zunehmenden Schmerz achten — Verdacht auf Meningitis. Bei Petechien-Verdacht zählt jede halbe Stunde, lieber einmal zu früh die 112 als einmal zu spät.
Beispiel: Vierjähriger mit Fieber am Samstagabend
Ein vierjähriger Junge in Steglitz hat seit Freitag Fieber bis 39,2 Grad, ansonsten guter Allgemeinzustand. Er trinkt regelmäßig, spielt in fieberärmeren Phasen, schläft normal. Am Samstagabend steigt das Fieber auf 39,8 Grad, er wird müder, atmet aber ruhig und trinkt noch. Die Eltern rufen — wir kommen, untersuchen, sehen rote Tonsillen ohne Beläge, normal belüftete Lunge, weiche Bauchdecke, keine Petechien. Ein Streptokokken-Schnelltest fällt negativ aus, ein Influenza-Test ist positiv. Diagnose: Grippe. Therapie symptomatisch, Aufklärung der Eltern über Warnzeichen, Folgekontrolle nach 48 Stunden vereinbart. Nach 4 Tagen ist der Junge wieder fit. Wäre der Junge stattdessen apathisch und nicht trinkend gewesen, hätten wir entweder eine Klinikeinweisung veranlasst oder zusätzliche Diagnostik geplant.
Alarm-Zeichen, die einen sofortigen Arztkontakt rechtfertigen
- Säugling unter 3 Monaten mit Fieber über 38 Grad rektal — immer sofort, ohne Ausnahme.
- Säugling 3 – 6 Monate mit Fieber über 38,5 Grad oder reduziertem Allgemeinzustand.
- Kind jeden Alters mit Trinkverweigerung über mehr als 6 – 8 Stunden — Dehydratations-Risiko.
- Schnelle, stoßweise Atmung, Nasenflügeln, Einziehungen zwischen den Rippen — Verdacht auf Pneumonie oder Bronchiolitis.
- Kleine punktförmige Hautblutungen (Petechien), die unter Glasdruck nicht verblassen — sofort 112, Verdacht Meningokokken-Sepsis.
- Nackensteifigkeit, Lichtempfindlichkeit, starke Kopfschmerzen — Verdacht Meningitis.
- Fieberkrampf über 5 Minuten oder zweiter Krampf in derselben Fieberepisode — 112.
- Apathie, Nicht-Erreichbarkeit, ungewöhnlich starre Augen, anhaltendes Schreien ohne Beruhigung.
- Fieber, das nach drei Tagen unverändert oder steigend ist, oder erneut nach fieberfreier Phase ansteigt — ärztliche Abklärung.
Notfall? Wählen Sie den Notruf
Bei Bewusstlosigkeit, starken Brustschmerzen, Atemnot oder starken Blutungen wählen Sie sofort 112. Unser Service ergänzt den Rettungsdienst — ersetzt ihn aber nicht.
Häufig gestellte Fragen
Ab wann ist Fieber 'hoch'?
Ab 39 Grad sprechen wir von hohem Fieber. Aber: Die reine Höhe sagt wenig über die Gefährlichkeit — der Allgemeinzustand zählt mehr als die Zahl. Ein Kind kann mit 40 Grad fit wirken und mit 38,5 Grad bedrohlich aussehen.
Welche fiebersenkenden Mittel sind sicher?
Paracetamol (ab dem Säuglingsalter, dosiert nach Körpergewicht) und Ibuprofen (ab 3 Monaten) sind die Standard-Mittel. Acetylsalicylsäure (Aspirin) bei Kindern unter 12 Jahren mit Virusinfekt vermeiden — Reye-Syndrom-Risiko.
Können Sie als Privatarzt auch Kinder behandeln?
Ja — wir behandeln Kinder ab dem Säuglingsalter. Bei kinderspezifischen Komplexbildern empfehlen wir parallel die kinderärztliche Anschlussbehandlung. Bei sehr jungen Säuglingen mit Fieber raten wir in der Regel zur Vorstellung in einer Kinderklinik.
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