Frage · 112 vs 116117
Wann 112 und wann 116117?
Kurz beantwortet: RAB Arztbesuche schickt für „Wann 112 und wann 116117?" einen approbierten Arzt im privatärztlichen Hausbesuch in ganz Berlin — täglich von 6 bis 24 Uhr, meist innerhalb von 60 bis 90 Minuten.
112 wählen Sie bei Lebensgefahr — Bewusstlosigkeit, Brustschmerz, Atemnot, Lähmung, Krampfanfall, starkes Bluten. 116117 wählen Sie bei dringenden, aber nicht lebensbedrohlichen Beschwerden außerhalb der Praxiszeiten.
Medizinisch geprüft von Susanne Reiche · Zuletzt geprüft
Kurzantwort
112 wählen Sie bei Lebensgefahr — Bewusstlosigkeit, Brustschmerz, Atemnot, Lähmung, Krampfanfall, starkes Bluten. 116117 wählen Sie bei dringenden, aber nicht lebensbedrohlichen Beschwerden außerhalb der Praxiszeiten.
Zwei Nummern, zwei klare Aufgaben
112 ist die europäische Notrufnummer für Lebensgefahr. Sie aktiviert in Berlin den Rettungsdienst der Berliner Feuerwehr — Rettungswagen mit Sanitätern, bei Bedarf zusätzlich Notarztwagen mit einem qualifizierten Notarzt. Eintreffzeit in der Stadt typischerweise 8 bis 15 Minuten. Sie wählen 112 immer dann, wenn Sie befürchten, dass ein Mensch innerhalb von Minuten sterben oder einen bleibenden Schaden davontragen könnte — Bewusstlosigkeit, starke Brustschmerzen mit Ausstrahlung, plötzliche Atemnot, plötzliche Lähmung oder Sprachstörung, Krampfanfall länger als 5 Minuten, starkes nicht stillbares Bluten, schwere Verbrennung, Vergiftung, anaphylaktischer Schock, Suizidabsicht. Die 112 fragt strukturiert ab und gibt Ihnen Erste-Hilfe-Anweisungen am Telefon.
116117 ist der ärztliche Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigungen — für die Versorgungslücke zwischen Praxisende und Praxisbeginn am nächsten Werktag. Sie wählen 116117, wenn Sie Beschwerden haben, die nicht warten können, aber auch nicht lebensbedrohlich sind, und Ihr Hausarzt geschlossen ist. Beispiele: Fieber über 39 Grad, akuter Atemwegsinfekt, Harnwegsinfekt mit Schmerzen, Migräne, Magen-Darm-Infekt, akuter Rückenschmerz, Ohrenschmerzen bei Kindern. Die Wartezeiten in Berlin sind erfahrungsgemäß lang (4 bis 8 Stunden für Hausbesuche), aber die Versorgung ist für GKV-Versicherte kostenfrei.
Die Faustregel in Sekunden: Wenn Sie sich fragen müssen 'Ist das ein Notfall?', dann ist es einer — wählen Sie 112. Wenn Sie sich sicher sind, dass keine Lebensgefahr besteht, aber Sie ärztliche Hilfe heute noch brauchen, wählen Sie 116117 (gesetzlich) oder einen privatärztlichen Hausbesuch (schneller, dafür selbst zu bezahlen). Beide Nummern sind aus jedem Netz kostenlos. Auch ein 'unnötiger' 112-Anruf hat keine negativen Konsequenzen für Sie — die Leitstelle entscheidet professionell und leitet bei Bedarf an 116117 weiter. Lieber einmal zu viel 112 als einmal zu wenig.
Beispiel: Brustschmerz vs. Magen-Darm
Zwei Anrufe an einem Samstagabend in Berlin. Anruferin A: Ihre Mutter hat plötzlich Brustschmerzen mit Schweißausbruch und Atemnot — das ist 112. Der Notarztwagen ist nach 11 Minuten da, EKG zeigt Herzinfarkt, sie kommt direkt ins Herzkatheterlabor der Charité. Anrufer B: Sein Kind erbricht seit drei Stunden, ist müde, hat aber kein Fieber und ist ansprechbar — das ist 116117. Die Leitstelle berät am Telefon, gibt Hydrierungs-Tipps, schickt bei Verschlechterung später einen Vertragsarzt vorbei. Wer in Fall A 116117 gewählt hätte, hätte 30 bis 60 Minuten verloren — die für einen Herzinfarkt entscheidend sind.
Die Entscheidungsmatrix
- 112 bei: Bewusstlosigkeit, starkem Brustschmerz, Atemnot, Lähmung, Krampfanfall, starkem Bluten, Vergiftung, Suizidabsicht, schwerem Unfall.
- 116117 bei: hohem Fieber, Atemwegsinfekt, Harnwegsinfekt, Migräne, Magen-Darm, Rückenschmerzen, Ohrenschmerzen — außerhalb der Praxiszeiten.
- 112-Eintreffzeit in Berlin: typisch 8 – 15 Minuten.
- 116117-Hausbesuch in Berlin: oft 4 – 8 Stunden Wartezeit.
- 112 immer kostenfrei und 24/7 — auch ohne Versichertenkarte.
- 116117 kostenfrei für GKV-Versicherte, PKV-Versicherte zahlen ggf. selbst.
- Bei Unsicherheit: 112 wählen — die Leitstelle leitet bei Bedarf an 116117 oder gibt Telefonberatung.
- Privatarzt-Hausbesuch ist eine dritte Option für PKV oder Selbstzahler — schneller als 116117, selbst zu finanzieren.
Notfall? Wählen Sie den Notruf
Bei Bewusstlosigkeit, starken Brustschmerzen, Atemnot oder starken Blutungen wählen Sie sofort 112. Unser Service ergänzt den Rettungsdienst — ersetzt ihn aber nicht.
Häufig gestellte Fragen
Was passiert, wenn ich versehentlich 112 wähle?
Nichts Schlimmes. Die Leitstelle nimmt Sie ernst, fragt strukturiert ab und entscheidet professionell. Bei Fehlalarm: einfach freundlich erklären — kein Strafrisiko, keine Kosten.
Kann ich beide Nummern aus dem Ausland nutzen?
112 funktioniert in der gesamten EU, kostenfrei, auch ohne Guthaben. 116117 nur in Deutschland.
Was, wenn ich nicht warten will auf 116117?
Privatärztlicher Hausbesuch als dritte Option — typisch 60 bis 90 Minuten Anfahrt, rund 200 bis 400 Euro Selbstzahlung (PKV-Erstattung meist 100 Prozent).
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