Frage · Notruf 112 vs Privatarzt
Wann 112 rufen statt Privatarzt?
Kurz beantwortet: RAB Arztbesuche schickt für „Wann 112 rufen statt Privatarzt?" einen approbierten Arzt im privatärztlichen Hausbesuch in ganz Berlin — täglich von 6 bis 24 Uhr, meist innerhalb von 60 bis 90 Minuten.
Wählen Sie sofort die 112 bei Bewusstlosigkeit, starken Brustschmerzen, Atemnot, Lähmungen, Krampfanfall, starkem Blutverlust oder Vergiftung — alles, was lebensbedrohlich ist. Ein Privatarzt ist die richtige Wahl für akute, aber nicht lebensbedrohliche Beschwerden.
Medizinisch geprüft von Susanne Reiche · Zuletzt geprüft
Kurzantwort
Wählen Sie sofort die 112 bei Bewusstlosigkeit, starken Brustschmerzen, Atemnot, Lähmungen, Krampfanfall, starkem Blutverlust oder Vergiftung — alles, was lebensbedrohlich ist. Ein Privatarzt ist die richtige Wahl für akute, aber nicht lebensbedrohliche Beschwerden.
Die Entscheidung zwischen 112 und Hausbesuch in Sekunden
Die 112 ist die europäische Notrufnummer und in Berlin die zentrale Schaltstelle für jeden lebensbedrohlichen Notfall. Sie wählen sie, wenn aus Ihrer Sicht ein Mensch sterben oder einen bleibenden Schaden davontragen könnte, wenn nicht innerhalb von Minuten professionelle Hilfe eintrifft. Das gilt insbesondere bei Bewusstlosigkeit oder starker Bewusstseinstrübung, plötzlichen heftigen Brustschmerzen (Verdacht Herzinfarkt), akuter Atemnot, plötzlichen Lähmungen oder Sprachstörungen (Verdacht Schlaganfall), starken Blutungen, Krampfanfall, schweren Verbrennungen, schwerem Unfall, Vergiftung mit Medikamenten oder Chemikalien, allergischem Schock, Selbsttötungs- oder Fremdgefährdung. In all diesen Fällen ist die 112 nicht nur richtig, sie ist medizinisch und rechtlich verpflichtend.
Der private Hausbesuch ergänzt diesen Rettungsdienst — er ersetzt ihn niemals. Wir kommen zu Ihnen bei akuten, aber nicht lebensbedrohlichen Beschwerden: hohes Fieber ohne Sepsis-Zeichen, akute Bronchitis ohne schwere Atemnot, Magen-Darm-Infekt ohne Dehydratations-Krise, Migräne, Rückenschmerzen, Harnwegsinfekte, Sportverletzungen ohne offene Wunde und ohne Frakturverdacht, Wundkontrollen, leichte allergische Reaktionen, Hautausschläge, Ohrenschmerzen, Nebenhöhlenentzündungen, ambulante Folgekontrollen. Wir machen Diagnostik vor Ort, stellen Rezepte aus, schreiben krank, vermitteln bei Bedarf an die richtige Klinik weiter und vermeiden Ihnen die mehrstündige Sitzung in einer überlasteten Berliner Notaufnahme.
Wenn Sie unsicher sind, gilt eine einfache Faustregel: Lieber einmal zu viel die 112 als einmal zu wenig. Die Leitstelle der Berliner Feuerwehr ist 24/7 besetzt, mit erfahrenen Disponenten, die in Minuten entscheiden können, ob Rettungswagen, Notarztwagen oder ein anderer Weg passt — und die Ihnen am Telefon Erste-Hilfe-Anweisungen geben, bis Hilfe eintrifft. Diese Entscheidung kostet Sie nichts, auch wenn am Ende kein Rettungseinsatz nötig war. Im Zweifel rufen Sie zuerst die 112 — und können danach immer noch entscheiden, ob ein privater Hausbesuch sinnvoll ist. Wir telefonieren auf Wunsch auch mit, wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Bild eher in unsere oder in die Notruf-Kategorie fällt.
Beispiel: Brustschmerz bei 65-jährigem Mann
Ein 65-jähriger Mann in Wilmersdorf wacht nachts gegen 3 Uhr mit drückenden Brustschmerzen auf, die in den linken Arm und in den Kiefer ausstrahlen. Er ist blass, schwitzt, hat Atemnot. Seine Frau ruft uns — wir sagen am Telefon: 'Legen Sie sofort auf und wählen Sie die 112. Wir kommen Ihnen nicht zuvor, und bei diesem Bild zählt jede Minute.' Sie tut es, der Notarztwagen ist nach acht Minuten da, der Mann wird mit Verdacht auf Herzinfarkt in die Charité gebracht und im Herzkatheterlabor versorgt. Hätte sie auf unseren Hausbesuch gewartet, wären 60 entscheidende Minuten verloren gegangen. Wir sagen Ihnen das auch ohne diplomatische Floskeln — Ihre Sicherheit zählt mehr als unser Auftragsvolumen.
Diese Symptome bedeuten 112 — keine Sekunde zögern
- Bewusstlosigkeit oder zunehmende Bewusstseinstrübung — Person nicht ansprechbar, reagiert nicht auf Schmerzreize.
- Starke, plötzlich einsetzende Brustschmerzen mit Ausstrahlung in Arm, Kiefer oder Rücken — Verdacht Herzinfarkt.
- Plötzliche Atemnot, blaue Lippen, Sprechen in halben Sätzen unmöglich — Verdacht Lungenembolie, schwerer Asthmaanfall, anaphylaktischer Schock.
- Plötzliche Lähmung einer Körperhälfte, hängender Mundwinkel, Sprachstörung — Verdacht Schlaganfall (FAST-Test: Face, Arms, Speech, Time).
- Krampfanfall, der länger als 5 Minuten dauert oder sich wiederholt — Status epilepticus.
- Starker, nicht stillbarer Blutverlust — pulsierende Blutung, Blut im Erbrochenen, schwarzer teerartiger Stuhl mit Schwindel.
- Schwere Verbrennung größer als die eigene Handfläche, oder Verbrennung im Gesicht / an den Atemwegen.
- Verdacht auf Vergiftung mit Medikamenten, Drogen, Chemikalien — bei Bewusstsein zusätzlich die Giftnotrufzentrale (030 / 19240) parallel anrufen.
- Selbstverletzung mit Suizidabsicht oder akute Gefährdung anderer.
Notfall? Wählen Sie den Notruf
Bei Bewusstlosigkeit, starken Brustschmerzen, Atemnot oder starken Blutungen wählen Sie sofort 112. Unser Service ergänzt den Rettungsdienst — ersetzt ihn aber nicht.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen 112 und 116117?
112 ist der Notruf — lebensbedrohliche Fälle, Rettungsdienst, Polizei, Feuerwehr. 116117 ist der Bereitschaftsdienst der gesetzlichen Krankenversicherung — für dringende, aber nicht lebensbedrohliche Anliegen außerhalb der Praxiszeiten.
Was passiert, wenn ich versehentlich 112 wähle?
Nichts Schlimmes. Die Leitstelle nimmt Sie ernst, fragt strukturiert ab und entscheidet professionell. Im Zweifel lieber einmal zu viel anrufen — das kostet weder Sie noch das System mehr als ein paar Minuten Klärungsgespräch.
Kann ich nach einem 112-Einsatz noch einen Privatarzt rufen?
Ja — z. B. zur Nachkontrolle nach Klinikaufenthalt, zur Folgebehandlung oder zur Krankschreibung. Wir koordinieren bei Bedarf mit dem entlassenden Krankenhaus.
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