Frage · Ärztlicher Bereitschaftsdienst
Was ist der ärztliche Bereitschaftsdienst?
Kurz beantwortet: RAB Arztbesuche schickt für „Was ist der ärztliche Bereitschaftsdienst?" einen approbierten Arzt im privatärztlichen Hausbesuch in ganz Berlin — täglich von 6 bis 24 Uhr, meist innerhalb von 60 bis 90 Minuten.
Der ärztliche Bereitschaftsdienst sichert die ambulante medizinische Versorgung außerhalb der Praxisöffnungszeiten — abends, nachts, an Wochenenden und Feiertagen. In Deutschland gibt es zwei Säulen: den kassenärztlichen Dienst über 116117 und privatärztliche Bereitschaftsdienste.
Medizinisch geprüft von Susanne Reiche · Zuletzt geprüft
Kurzantwort
Der ärztliche Bereitschaftsdienst sichert die ambulante medizinische Versorgung außerhalb der Praxisöffnungszeiten — abends, nachts, an Wochenenden und Feiertagen. In Deutschland gibt es zwei Säulen: den kassenärztlichen Dienst über 116117 und privatärztliche Bereitschaftsdienste.
Wie der Bereitschaftsdienst in Berlin aufgebaut ist
Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist die Antwort des deutschen Gesundheitssystems auf die Frage: 'Was tun, wenn meine Praxis geschlossen ist?' Da Hausärzte und Fachärzte in Deutschland üblicherweise nur werktags zwischen 8 und 18 Uhr Sprechzeiten anbieten, bleiben rund 70 Prozent der Woche unversorgt, wenn dazwischen akute Beschwerden auftreten. Diese Versorgungslücke wird durch zwei Säulen geschlossen: erstens den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst (Notdienst der Vertragsärzte), erreichbar unter der bundeseinheitlichen Nummer 116117, kostenfrei für GKV-Versicherte und 24/7 besetzt — er bietet Telefonberatung, Bereitschaftspraxen und Hausbesuche durch diensthabende Vertragsärzte. Zweitens der privatärztliche Bereitschaftsdienst, organisiert von einzelnen Praxen, Ärztenetzen oder spezialisierten Anbietern, abrechenbar nach GOÄ — schneller, kostenpflichtig, vor allem für Privatversicherte und Selbstzahler.
Beide Säulen ergänzen den Rettungsdienst der Berliner Feuerwehr (112), der für lebensbedrohliche Notfälle zuständig ist. Die Aufgabenverteilung ist klar: 112 für alles, was lebensgefährlich ist (Bewusstlosigkeit, Brustschmerz, Atemnot, Schlaganfall, schweres Bluten); 116117 oder Privatarzt für alles, was dringend ist, aber nicht lebensgefährlich (Fieber, Atemwegsinfekt, Magen-Darm, Migräne, Rückenschmerz, Harnwegsinfekt). Der kassenärztliche Bereitschaftsdienst ist in Berlin durch die KV Berlin organisiert, die einen Pool diensthabender Vertragsärzte und Bereitschaftspraxen (etwa an der Charité Virchow, Vivantes Friedrichshain, Vivantes Spandau) unterhält. Der privatärztliche Bereitschaftsdienst ist nicht zentral organisiert — verschiedene Anbieter mit unterschiedlichen Anfahrtszeiten, Sprachprofilen und Spezialisierungen sind verfügbar.
Aus Patientensicht ist der Bereitschaftsdienst das, was die Versorgungssicherheit außerhalb der Praxiszeiten herstellt — und in Berlin mit seinen 3,7 Millionen Einwohnern ist diese Sicherheit kein Selbstverständnis. Die KV-Wartezeiten sind realistisch lang (4 bis 8 Stunden in der Saison), Bereitschaftspraxen oft überfüllt, der privatärztliche Weg ist schneller, aber kostenpflichtig. Wer als gesetzlich Versicherter eine private Zusatzversicherung mit Privatarzt-Tarif abschließt, kombiniert beide Welten: kostenfreie Regelversorgung über die Kasse und schnelle, ausführliche Versorgung außerhalb der Sprechzeiten über die Zusatzversicherung. Wir beraten am Telefon ehrlich, welcher Weg in Ihrer Situation der richtige ist — und sagen es deutlich, wenn 116117 oder ein Klinikbesuch wirtschaftlich oder medizinisch sinnvoller wären.
Beispiel: Migräne-Anfall an einem Sonntagabend
Eine Berlinerin aus Wedding hat an einem Sonntagabend einen starken Migräne-Anfall mit Erbrechen, der nicht auf ihre üblichen Hausmittel reagiert. Ihre Hausärztin ist geschlossen, 116117 nennt einen Telefon-Rückruf in zwei Stunden. Sie wählt den privatärztlichen Weg — der Arzt kommt in 75 Minuten, untersucht sie neurologisch, schließt einen Schlaganfall klinisch sicher aus, gibt eine intramuskuläre Injektion gegen den Schmerz und ein Antiemetikum, verschreibt einen Triptan-Folgevorrat. Rechnung 290 Euro. Hätte sie eine reine GKV-Mitgliedschaft ohne Zusatzversicherung, hätte sie die Rechnung selbst getragen — oder auf 116117 gewartet.
Die Säulen des Bereitschaftsdienstes
- 112 Berliner Feuerwehr: lebensbedrohliche Notfälle, Rettungswagen und Notarzt — 8 – 15 Minuten Eintreffzeit.
- 116117 Kassenärztlicher Bereitschaftsdienst: dringend, nicht lebensgefährlich, kostenfrei für GKV, 24/7.
- Bereitschaftspraxen Berlin: Charité Virchow, Vivantes Friedrichshain, Vivantes Spandau und weitere — wechselnde Öffnungszeiten.
- Privatärztliche Bereitschaftsdienste: GOÄ-Abrechnung, schneller als 116117, vor allem für PKV und Selbstzahler.
- Hausärztliche Praxiszeiten in Berlin: typisch werktags 8 – 18 Uhr, manche 7 – 19 Uhr.
- Apotheken-Notdienst Berlin: rotierender 24/7-Dienst — Abfrage über www.akberlin.de oder 0800 0022833.
- Giftnotruf Berlin: 030 / 19240 — bei Verdacht auf Vergiftung parallel zum Notruf 112.
- Bereitschaftsdienst vs. Notdienst: Begriffe werden oft synonym verwendet, gemeint ist immer die außersprechzeitliche ärztliche Versorgung.
Notfall? Wählen Sie den Notruf
Bei Bewusstlosigkeit, starken Brustschmerzen, Atemnot oder starken Blutungen wählen Sie sofort 112. Unser Service ergänzt den Rettungsdienst — ersetzt ihn aber nicht.
Häufig gestellte Fragen
Ist der Bereitschaftsdienst dasselbe wie der Notdienst?
Im Alltag werden die Begriffe synonym verwendet. Beide meinen die ärztliche Versorgung außerhalb der Sprechzeiten — kassenärztlich oder privatärztlich. Der Begriff 'Notdienst' kann sich aber auch auf den Apotheken-Notdienst beziehen.
Muss ich vorher anrufen, oder kann ich einfach hingehen?
Bei Bereitschaftspraxen ist Erscheinen möglich, aber die Wartezeit ist je nach Saison sehr lang. Wir empfehlen, vorher beim 116117 oder beim privatärztlichen Anbieter anzurufen, um Aufwand und Zeit besser zu planen.
Sind alle Ärzte verpflichtet, Bereitschaftsdienst zu leisten?
Vertragsärzte sind durch die Kassenärztliche Vereinigung in eine Dienstplanung eingebunden. Privatärzte organisieren sich freiwillig in Bereitschaftsdiensten oder lassen sich darauf ein, wenn sie eine entsprechende Praxiskonstellation haben.
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